Besonders auffällig sind vor allem die Randzonen der Flächen mit geologischen Störungen, wie z. B. von sogenannten Wasseradern. Hier kann die Erdstrahlung (Gammastrahlung) bis zu 60 % und mehr größer sein als über den homogenen Bereichen. Diese auffälligen Erhöhungen und die damit verbundenen Schwankungen an den Rändern stellen nach unseren langjährigen Erfahrungen besonders das biologische Risiko dar. Schwere Krankheiten, sofern sie mit geologischen Störungen in Verbindung gebracht werden konnten, entstanden meist ausschließlich über solchen Randzonen. Je nach Größe und Tiefe der Anomalien sind diese Zonen links und rechts am Rande einige bis mehrere Zentimeter breit.
Untersuchungen des Umweltinstituts München zeigen, dass die Säuglingssterblichkeit und das Krebsrisiko in Gebieten mit verstärkter natürlicher Strahlung deutlich erhöht ist. Nach Angaben der Münchner Forscher ist die Sterblichkeitsrate an Krebs acht Prozent und die Todesrate bei Babys knapp 16 Prozent höher als in Gegenden mit durchschnittlicher natürlicher Strahlung. Die Bodenstrahlung lag in den Gebieten der verstärkten natürlichen Strahlung um 40 % über dem Durchschnitt.
Frühere Untersuchungen des US-Staates New York, die sich auf 1.243.000 Geburten der Jahrgänge 1949 bis 1955 bezogen, brachten ähnliche Ergebnisse. Missbildungen lagen in den Gebieten der höheren natürlichen Strahlung bis zu 50 % über dem Durchschnitt.
Gerade diese höhere natürliche Strahlung ist über den Randzonen der Flächen mit geologischen Störungen zu finden, auch in Gebieten mit durchschnittlicher natürlicher Strahlung. Da diese Strahlenerhöhung im Keller eines Gebäudes sowie in mehreren Stockwerken darüber messbar ist, sollten aus Gründen der Vorsorge keine Daueraufenthalts- und Schlafplätze über solchen Randzonen eingerichtet werden.
Die US-Regierung hat in sämtlichen Wohn- und Dienstgebäuden der US-Army in Deutschland die Radonkonzentration messen lassen. Es liefen bereits Sanierungsmaßnahmen.
In praktisch allen Ländern weltweit liefen oder laufen Erhebungsmessungen zur Ermittlung der Radonbelastung der Bevölkerung.
Das Bundesumweltministerium hat mit immensem Aufwand die Radonbelastung von 4000 Lungenkrebspatienten und ebenso vielen Vergleichspersonen während der letzten 35 Jahre rekonstruieren lassen.
Nach Angaben der Deutschen Strahlenschutzkommission müsste jedes 100-ste Haus saniert werden, weil es zu hoch mit Radon belastet ist (über 250 Bq/m³). Nach den strengen US-amerikanischen Maßstäben wären es wesentlich mehr Häuser.
Der Grund für den geringen Stellenwert des Radonproblems liegt wahrscheinlich in der Brisanz, die eigentlich in diesem Thema steckt. Politiker, Strahlenschützer, Wissenschaftler und Journalisten halten sich sehr zurück, um eine Panik innerhalb sensibler Bevölkerungsschichten zu verhindern. Eine gute Beratung ist also dringend nötig, jedoch muss dabei mit Rücksicht auf die betroffenen Menschen sehr behutsam vorgegangen werden.
Insidern ist die Wirkung des Radonproblems mit allen Konsequenzen bekannt. Es geht nicht ums Wohl- oder Unwohlfühlen sondern um Leben oder Tod. Ein Lungenkrebs, der heute entsteht (durch Radon oder/und Rauchen), macht sich erst in fünf bis fünfzehn Jahren bemerkbar.
Oft wird nach einem Zusammenhang zwischen Leukämie und Radon gefragt. Leukämie durch Radon war in der Vergangenheit kaum ein Thema, weil die Strahlenschützer früher Ihre Überlegungen meistens auf ein sogenanntes kritisches Organ (hier also der Atemtrakt) beschränkt haben. Inzwischen wird darüber immer häufiger diskutiert. Krankheitsstatistiken von Bergleuten geben keine Hinweise auf häufiges Auftreten anderer Krebsarten außer Lungenkrebs. Die Lösung des Radongases im Blut dürfte der einzige Weg sein, auf dem beim Normalbürger biologisch besonders wirksame Alphastrahler in das Blut und die blutbildenden Organe gelangen. Verbindliche Aussagen über die tatsächliche Strahlenbelastung der Zellen und das damit verbundene Risiko sind sehr schwierig und sind ein Thema der Strahlenschutzforschung.